Vom Schulhof in die Nacht
Das Shadow hat mein Leben maßgeblich geprägt. Alles begann mit einer zufälligen Begegnung an meiner Realschule. Ein ehemaliger Mitschüler, der die Gothic-Szene in Leverkusen bereits kannte, stellte mich dem noch jungen Club vor. Inmitten Gleichgesinnter fand ich einen Ort, an dem ich mich selbst entfalten und meine Individualität leben konnte. Ich musste meine chaotische Gefühlswelt nicht länger verstecken.
Die dunklen Klänge, die tiefgründigen Gespräche und die damaligen Emotionen haben sich tief in meiner Persönlichkeit verankert. Bei nahezu jeder Gelegenheit besuchten wir das Shadow und tanzten bis zum Morgengrauen. Das Shadow war mehr als nur ein Club – es wurde ein Zuhause/ein Refugium für eine ganze Generation – Bis heute ein zweites Wohnzimmer!
KOFFER SCHLEPPEN UND DESIGN
Mit der Zeit lernte ich nicht nur meine neuen Mitbewohner besser kennen, sondern auch das Shadow-Personal, welche mich durch viele Höhen und Tiefen begleitet haben. Darunter befand sich auch der damalige Inhaber & leidenschaftlicher Szene-DJ Ralf Nesh. Während ich regelmäßig nach den Partys mit dem Besen durchs Shadow huschte und beim Koffer-Schleppen mit angepackte, führten wir sehr persönliche Gespräche und stärkten von Nacht zu Nacht unser freundschaftliches Band. So blieb es nicht aus, dass Ralf auch von meiner Expertise als Mediengestalter erfuhr – ich war damals in Ausbildung in einer größeren Werbeagentur.
Durchs Shadow ergaben sich wohl auch mit die ersten freiberuflichen Aufträge meiner Laufbahn. Anfangs waren es die kleinen Programmhefte, die ich übernommen hatte und es folgten einige klassische Flyer und Plakate. Ich wünschte ich hätte noch Zugang zu diesen Arbeiten aus den Jahren 2006 bis 2012. Ralf bestärke mich stets in meiner Entscheidung selbstständig tätig zu sein und motivierte mich immer wieder diese gewonnene Freiheit nicht aufzugeben. Er wurde für mich vom Freund zum Mentor, an dem ich mich noch heute liebevoll und in Ehren erinnere.
Ab 2010 bis 2013 hatte Ralf dann den Versuch gestartet eine zweite (bzw. mit dem „Pavillon“ in Wuppertal, eine dritte) Diskothek in Kierspe aufzubauen. Hier habe ich zwar diverse mediale Arbeiten übernommen (Homepage, Flyer, Plakate, etc.), aber ich habe es nicht einmal geschafft vorbeizuschauen. Offensichtlich war ich damit nicht der einzige fehlende Gast im „Revolution Kierspe“ und Ralf kündigte im Dezember 2013 den Pachtvertrag.







